Enthüllung am 15.12.2018 durch Arion Krehbiel und seine Großmutter Renate Krehbiel

Wartenberger Mühle

Herrschaftliches Anwesen – Mennonitischer Erbbestand – Land|Art|Hotel

Schon im Mittelalter wurde hier am Lohnsbach eine Mühle betrieben. Bis in die Franzosenzeit war sie im Eigentum der Kolbe von Wartenberg. Der heute als Denkmalzone ausgewiesene Dreiseithof erfuhr in den 1730er-Jahren größere Umbauten. 

Zur Verstärkung der Wasserkraft diente ein Mühlenwoog. Neben der Mahlmühle wurden eine Bäckerei, ein Sägewerk sowie Landwirtschaft betrieben. Die um 1906 mit einer Turbine modernisierte Mühle wurde 1949 aufgegeben. Seine Erhaltung verdankt das verlassene und verfallende Anwesen einem Besitzerwechsel, der Sanierung in den 1980er- Jahren und einem neuen Nutzungskonzept. 

Der mennonitische Teil der Hofgeschichte begann im frühen 18. Jahrhundert. Die reformierten Kolbe von Wartenberg übten auf ihren Territorien außergewöhnliche religiöse Toleranz und vergaben ihre Güter vielfach an Mennoniten im Erbbestand. Um 1728 verheiratete sich die Müllerswitwe Gertraud Ummel, geborene Lichti, mit dem Mennoniten Heinrich Krehbiel. Sie begründeten eine 250 Jahre andauernde Krehbiel-Tradition auf dem Hof. 

Ludwig Götz (1892-1963) war Kunstmaler gebürtig aus Wartenberg-Rohrbach. Nach Lehr- und Wanderjahren, Militär- und Kriegsdienst, einer Tätigkeit als freischaffender Künstler und als Zeichenlehrer, kehrte er 1932 in seinen Heimatort zurück, wo er dann, unterbrochen durch nochmaligen Kriegsdienst und Gefangenschaft, sein Leben und das seiner Familie – trotz seines beachtlichen Talents – mehr schlecht als recht, mit seiner Kunst bestritt. Seine realistischen Dorfansichten und Landschaftspanoramen, sind heute wertvolle Fenster in die Vergangenheit.