Klosterhof – Musterlandwirtschaft – Wohnsitz des Bürgermeisters
Der Münchhof ist einer der ältesten Höfe in Ober-Flörsheim. Er wird 1262 das erste Mal erwähnt und blieb bis 1561 im Besitz des Klosters Otterberg. 1685 erhielt der aus dem Siebengebirge zugewanderte Mennonit Johannes Dahlem die Erbpacht. Im frühen 19. Jahrhundert war der Hof Teil der Musterwirtschaft von Jakob Ruth, Neffe des berühmten Monsheimer Landwirts David Möllinger. Die mennonitischen Gottesdienste wurden im Münchhof, auch Ruth‘sches Haus genannt, gefeiert. Die Gottesdienstbibel ist noch erhalten.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts besuchten die Ober-Flörsheimer Mennoniten die Kirche der Monsheimer Mennonitengemeinde. Lange wehrten sie sich gegen einen bezahlten Prediger. Seit 1895 befindet sich die Familie Stauff auf dem Münchhof. Albert Stauff war der erste gewählte Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg. 1978 übernimmt Friedhelm Höbel den Hof. Er ist Urenkel von Albert Stauff und einer der letzten von ehemals 150 Mennoniten in Ober-Flörsheim. Höbel renovierte den Hof, der heute unter Denkmalschutz steht, umfassend.