Frontansicht der alten Mennonitenkirche – Federzeichnung von Ludwig Schwarz Abbildung: Stiftung Historische Museen Hamburg, Altonaer Museum

Die ehemalige Mennonitenkirche an der Großen Freiheit

Die beiden Wohnhäuser in der Großen Freiheit 73 / 75 und das Grundstück dahinter gehörten einmal der Mennonitengemeinde Altona. Diese hatte, wie einige andere Religionsgemeinschaften, im 17. Jahrhundert hier eine Kirche gebaut. In der Straße „Große Freiheit“ im damals eigenständigen und zum Dänischen Königreich gehörenden Altona vor den Toren der Hansestadt wurde Glaubensfreiheit garantiert – im Gegensatz zum lutherisch geprägten Hamburg. 

Das Recht auf Ansiedlung und freie Glaubensausübung erhielten die mennonitischen Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden bereits im Jahre 1601. 1675 bauten sie hier eine Holzkirche. Außerdem wurde 1678 in der Nähe (heute Paul-Roosen-Straße) ein gemeindeeigener Friedhof angelegt. Nach dem Schwedenbrand 1713, dem auch die Mennonitenkirche zum Opfer fiel, errichtete die Gemeinde 1717 in zweiter Reihe an eben dieser Stelle eine Steinkirche, die fast 200 Jahre lang (bis 1915) als Versammlungsort diente. Direkt an der Straße wurden das Pfarrhaus und das Küsterhaus errichtet. 

Als sich das Umfeld in ein Amüsierviertel wandelte, zogen die Mennoniten nach Altona-Nord, wo sich die Gemeinde bis heute in der Mennonitenstraße 20 trifft. Die frei gewordene Steinkirche diente im 1. Weltkrieg als Kriegsküche, später der Stadtmission Altona, bevor sie im 2. Weltkrieg zerstört wurde.  

Seit den 80iger Jahren werden beide unter Denkmalschutz stehenden Gebäude von der Initiative „Große Freiheit e.V.“ bewohnt.